unsere aktuellen Aktionen
Geschichte

Die Geschichte des „Jebenhäuser Hirschkellers“

Durch eine aufwendige Jagt durch Landes – und Stadtarchive sowie unter Mithilfe des Jebenhäuser Hobbyhistorikers Anton Lechner konnten die Ursprünge des „Hirschkellers“ ans Tageslicht befördert werden.

Demnach begann seine Geschichte im Jahr 1831. Am 12.Juli beantragte Johann Georg Vollmer, Wirt des damaligen „Hirsch“, in der heutigen Boller Straße gegenüber der Alten Kirche, beim Gemeinderat die Errichtung eines Bierkellers. Ein 4 Ar großes Gelände auf der Allmand - Wiese, an der heutigen Wasenstraße will er dafür haben. Zur damaligen Zeit war dieser Ort einige hundert Meter vom Dorf entfernt. Vollmer musste eigens einen Weg zu seinem Getränkelager bauen. Nötig wurde die Lagerstätte, da die Wirtsleute des „Hirsch“ seit 1808 ein eigenes Brauhaus unterhielten. Zur Kühlung des Bieres wurde im nahe gelegenen Waldecksee in den Wintermonaten Eis gestochen, welches in der gleich bleibenden Temperatur des tiefen Hirschkellers bis in die Sommermonate hielt.

1846 kaufte der Heininger Lorenz Stolz die Gaststätte Hirsch mitsamt Brauhaus und Bierkeller für 5050 Gulden. Am 2. April 1867 erscheint der Hirschwirt auf dem Jebenhäuser Rathaus und beantragt die Eröffnung eines Sommerbierkellers. Nachdem er sich verpflichtet hatte, für alle Schäden an Wiesen und Obstbäumen durch seine Gäste aufzukommen, erhält er eine Konzession zum Sommerbetrieb. Knapp ein Jahr später schenkt Stolz sein Bier unter freiem Himmel aus. Doch damit war der Gastronom und Brauer noch nicht zufrieden. Zwei Jahre später will er zu seinem Getränkeausschank auch noch Speisen servieren. Diese Erlaubnis erhält er am 10.November 1870. Da der „Hirschkeller“ außerhalb der geschlossenen Ortschaft liegt und es dem Jebenhäuser Polizeidiener nicht zuzumuten war, die Wirtschaft auf seiner regelmäßigen Runde zu kontrollieren, muss Lorenz ausdrücklich versprechen, die Polizeigesetze einzuhalten. Mit dem Oberamt Göppingen wird die Vereinbarung getroffen, dass die Landjäger künftig den Bierkeller auf ihrer Streife besuchten.

Nach dem Tode von Lorenz Stolz im Jahre 1881 führte Sohn Friedrich Wilhelm den Gastbetrieb weiter. Wie die neun anderen Wirte in Jebenhausen muss auch er eine Liste mit den Namen der Fortbildungsschüler in seiner Gaststätte aushängen. An diese durften nämlich keinerlei Getränke ausgeschenkt werden. Polizeidiener Bäuerle überwachte die Einhaltung.

1903 wurde neben dem Hirschkeller eine Kegelbahn gebaut.

Im Verlauf der Jahre folgte die Ortsbebauung auch in Richtung des Hirschkellers. 1907 errichtet der Turnverein seine Turnhalle unterhalb der inzwischen ausgebauten Gaststätte. Eine Landwirtschaft kam hinzu, mehrere Vereine benutzten den „Hirschkeller“ als Vereinslokal. Besonders die Schwimmer und Turner, sowie die Arbeiterschaft als Vorläufer der Gewerkschaften und die neu gegründeten Sozialdemokraten. Mein Vater, Jahrgang 1906, wusste zu berichten, dass er und seine Brüder als Jugendliche in der Kegelbahn immer mitgeholfen haben und als Entlohnung dann einen Wurstsalat zum Abendessen bekamen.

Zahlreiche Wirte und Landwirte folgten, während der Kriegszeit war die Gaststätte auch geschlossen, bis die Brauerei zum Rad, Göppingen das gesamte Anwesen kaufte. Nach dem Krieg entwickelte sich der Ort schnell weiter, überall entstanden Wohngebiete. Die Landwirtschaft wurde nicht mehr betrieben. Der „Hirsch“ im Dorf neben der Kirche wurde abgerissen und wich Wohnhäusern, der „Hirschkeller“ bestand weiter, betrieben als Schank- und Speisewirtschaft. Auch die Kegelbahn wich einem Wohnhaus. Der Waldecksee, in dem früher das Eis gestochen wurde entwickelte sich zu einem modernen Freibad, unterhalb der Gaststätte wurde ein Schulzentrum gebaut.

Im Jahr 1975, nachdem der „Hirschkeller“ längere Zeit leer stand und die Brauerei sich von dem Anwesen trennen wollte, kaufte meine Tante, Frau Losert die Gebäude und begann, sie behutsam zu renovieren. Eine Küche mit den erforderlichen Gastronomiegeräten wurde angebaut, die Gasträume neu gestaltet. Schon bald war das Lokal ein beliebter Treffpunkt, vor allem für junge Leute, da dort immer die beste und aktuellste Musik lief. Billard, Tischkicker und sonstige Spielgeräte unterstrichen den Charakter eines Freizeitlokals so wie auch die große Theke, die an den meisten Abenden in Dreierreihen umlagert war. Da diese Art der Gastronomie natürlich sehr stressig war, suchte auch meine Tante Pächter für das Lokal, und so wechselte in den Folgejahren wieder ein Pächter den anderen ab.

In der Zwischenzeit wurden die landwirtschaftlichen Gebäude nicht mehr benutzt oder renoviert, so dass nur noch der Abriss sinnvoll war. Und da wir uns sowieso mit Bauplänen beschäftigten, zwar nur für ein Wohnhaus, wurde im Jahr 1988 der Plan geschmiedet, an den „Hirschkeller“ ein Gästehaus anzubauen. Der Plan wurde dann 1990 in die Tat umgesetzt, und bereits Mitte 1991 konnten die ersten Übernachtungsgäste begrüßt werden. Im Lauf der nächsten Jahre wurde aus dem Freizeitlokal auch wieder ein Speiselokal. Im Jahr 1997 wurde auch der „Hirschkeller“ grundlegend renoviert, umgebaut und aufgestockt, weitere Fremdenzimmer entstanden, der Saal wurde vergrößert und auch die Außenanlagen wurden den Bedürfnissen der Zeit angepasst. Einige Teile des alten Gebäudes konnten noch erhalten werden und der Keller, mit dem alles begann wurde auch bis heute nicht verändert.

Das Hotel und die Gaststätte werden heute als Familienbetrieb von uns selbst geführt, unser Sohn hat seine Kochausbildung beendet, unser Speisenangebot ist traditionell schwäbisch, Gaststube und Saal sind urig und gemütlich eingerichtet, das Hotel und die Fremdenzimmer sind modern. So reihen wir uns in eine lange Tradition von Eigentümern und Betreibern des „Hirschkellers“ ein und hoffen, dass dies sich noch lange fortsetzen lässt.

Dieter Fausel


Der Abstieg in den alten Keller

Keller 1
Der eigentliche „Hirschkeller“

Im Jahr 1989 war der Kellereingang auf der Seite, dies ist jetzt die Rückseite des Gebäudes.

Abbruch der Landwirtschaftsgebäude 1990

Der Hirschkeller heute mit dem Hotel Fausel
 

 

zurück

Unser Gasthof

Regional is(s)t Gut

Wir bieten Ihnen eine traditionelle Auswahl an Gerichten und gepflegten Getränken sowie abwechselnde Tagesessen, stets frisch und mit Sorgfalt zubereitet. Dazu verwenden wir überwiegend regionale Produkte aus kontrollierter Herkunft. Je nach Saison bieten wir Spezialitäten, die gerade frisch auf dem Markt angeboten werden.

Speisekarten

Geschichte

Durch eine aufwendige Jagt durch Landes – und Stadtarchive sowie unter Mithilfe des Jebenhäuser Hobbyhistorikers Anton Lechner konnten die Ursprünge des „Hirschkellers“ ans Tageslicht befördert werden.

weiter lesen

Aktionen & Termine

Wir bieten in monatlich wechselde Aktionen wie Osterbrunch, Frühlingsfest, Sparerips all you can eat, Oktoberfest mit Schweinshaxn, Martinimarkt mit Martinsgans und vieles mehr aus unserer Küche an. Näheres über diese Aktionen, wenn Sie auf den unten stehenden Button klicken

zu den Aktionen

Aktionskalender

Feiern & Veranstaltungen

Für Ihre familiäre oder geschäftliche Feier oder Veranstaltung stellen wir gerne den passenden Rahmen und beraten Sie individuell. Gerne unterstützen wir Sie von der Planung bis zur Ausführung.

Auch Gruppen, Vereine und Seminare betreuen wir gerne individuell.

Galerie